Wut und Lust

VonJudith Mücke

Wut und Lust

DSCF4596Wut und Lust. Die entsprechenden inneren Archetypen sind der Innere Krieger/die Innere Kriegerin und der Eros (Innere Mann/Inneres Weib). Wut und Lust nehme ich als innere Energieströme wahr, die bestimmte Qualitäten in sich tragen. In der Wut steckt viel Kraft, Stärke, Klarheit, Geradlinigkeit, Bestimmtheit, Spannung, Schärfe, Handlungs- und Leistungsfähigkeit. Den Eros nehme ich als Energie wahr, die prickeld und vitalisierend ist. In ihr stecken unsprünglichere Gefühle, wie sinnliches Empfinden, Begehren, Leidenschaft, Sinnesfreuden, Genuß, Verlangen, Begeisterung, Wohligkeit im Körper, Kreativität, Schaffenskraft, Hingabe, Verbundenheit mit sich und mit anderen Menschen sowie sinnliche Naturverbundenheit. Jeder Mensch empfindet Wut und Lust anders und bringt sie auf ganz individuelle Weise zum Ausdruck. Im natürlichen Zustand können diese Kräfte und Empfindungen unser Leben unglaublich bereichern.

In meiner Arbeit erlebe ich immer wieder, dass Wut und Lust unterdrückt oder abgespalten werden. Doch da diese Energien zu uns gehören, können wir sie nicht einfach abschütteln oder loswerden. Sie bleiben bei uns. Und das spüren wir dann an unterschiedlichsten Symptomen.

Wut kann sich auf diese Weise gegen uns richten oder kann sich in diesen gestörten Formen zeigen: sie unterdrückt Lebensenergie, führt zu Gefühlskälte, Gleichgültigkeit, Unsicherheit, mangelndes Selbstbewusstsein, Machtbesessenheit, übertriebener Ehrgeiz und Leistungsdenken, Rücksichtslosigkeit, Wutanfälle, Essstörungen, Schlafstörungen, Ziele werden nicht erreicht, man hat keine Durchsetzungskraft, blockierte Gefühle, Unruhe, unruhige Beine, Muskelverspannungen, Magenerkrankungen, Sodbrennen, Erkrankungen der Leber, Verdauungsstörungen, Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, Nervenerkrankungen, Übergewicht

Lust kann sich wie folgt gegen uns richten oder sich auf diese Weise gestört zeigen: Unfähigkeit das Leben zu genießen, seelische Kraftlosigkeit, Motivationslosigkeit, Langeweile, Eifersucht, Schuldgefühle, zwanghaftes Sexualverhalten, Sexgier, sexuelles Desinteresse, Suchtgefährdung, starke Stimmungsschwankungen, Triebhaftigkeit, Menstruationsbeschwerden, Erkrankungen von Gebärmutter und Eierstöcken, Prostata- und Hodenerkrankungen, Potenzstörungen, Pilzerkrankungen der Geschlechtsorgane, Geschlechtskrankheiten, Nierenerkrankungen, Blasenprobleme, Harnwegsinfektionen, Schmerzen im Bereich der Hüfte

Wenn diese ureigensten Energien nicht frei und natürlich fließen können oder weggedrückt werden, dann können sie auf verschiedenste Weise die Seele und den Körper beeinflussen. Störungen in diesen Bereichen sind sehr verbreitet. Die Ursache für solche Störungen finden wir in der eigenen Geschichte, in den persönlichen Erfahrungen und Entscheidungen. Diese Ursachen müssen jedoch nicht unbedingt aufgespürt werden. Oft reicht es aus, zu erkennen, dass diese oben genannten wunderbaren Kräfte zu uns gehören und zu erleben, wie sie sich anfühlen. Auf diese Weise ziehen wir sie aus dem Körper heraus und bringen sie in der Seele zum fließen.

Unsere Glaubens- und Verhaltensmuster in Bezug auf Wut und Lust sind sehr vielfältig. Es lohnt sich, diese ruhig mal unter die Lupe zu nehmen, denn unsere Glaubensmuster lenken die Energien und erzeugen Störfelder. Es geht hier aber nicht darum, unsere Überzeugungen über Bord zu werfen oder augenblicklich abzulegen. Eher darum, die eigenen Möglichkeiten zu erweitern. Nach dem Motto: das und das. Wenn also jemand eines der oben genannten Symtome hat, dann weiß er oder sie, dass es um die Energien Wut oder Lust geht, die nicht oder konditioniert (durch Muster geprägt) gefühlt und gelebt werden. Und dann einfach mal Spannung, Kraft, Sinnlichkeit, Verlangen usw. trotzdem ganz bewußt zulassen und fühlen. Immer mal wieder und nichts bestimmtes damit machen. Das tut gut, vitalisiert und entlastet den Körper.

Verschiedenste Ängste, Schuldgefühle und Scham sind oft Begleiter von Wut und Lust. Beachten wir diese Gefühle aufmerksam, dann lösen sie sich auf, ignorieren wir sie, dann werden sie größer. Ich sage immer, dass Angst, Schuld und Scham substanzlos sind und meine damit, dass sie nicht zu unseren inneren Kräften gehören. Sie sind eher „nützliche Begleiter“, die immer anzeigen, dass etwas nicht stimmt. Wenn man ihnen mit Liebe und Dankbarkeit begegnet, dann fallen sie regelrecht in sich zusammen oder lösen sich, und werden zu einem klaren Gefühl, wie zum Beispiel Traurigkeit. Doch genauso schnell, wie sie gelöst werden können, stehen sie auch wieder neben einem, weil sie sagen wollen: hier stimmt was nicht! Angst, Schuld und Scham wollen uns dienen und uns aufmerksam machen.

Also ruhig mal lustvoll den Geschirrspüler ausräumen oder voller Spannung durch die Stadt laufen – das wirkt Wunder.

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Judith Mücke administrator

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