Begrenztheit

Aus der Enge unserer begrenzten konditionierten Wahrnehmung heraus, bewegen wir uns zwischen Geburt und Tod und glauben, dass wir etwas erreichen und das Leben aus uns heraus bewältigen müssen. Das kann eine Menge Leid verursachen und dazu führen, dass wir uns immer wieder in Frage stellen. Ereignisse branden an uns heran, die uns verunsichern und verzweifeln lassen können. Nicht selten fühlen wir uns dann als Opfer der Umstände. Erkennen nicht mehr, dass das Leben aus der Tiefe unseres Unterbewusstseins heraus geschieht und dass sich alles Wichtige, Entscheidende und Bedeutende in diesem Moment ereignet, um uns selbst besser kennenlernen zu können.

Das Leben kann dann anstrengend oder sinnlos erscheinen. Nichts gibt uns wirklichen Halt, außer das, was wir entwickelt haben und mit viel Mühe aufrecht erhalten oder wieder aufbauen müssen. Das macht uns anfällig für Konflikte und Zusammenbrüche. Es gibt keinen Raum für große Sprünge. Wir müssen Rollen und Muster, bestimmte Ausdrucksformen und Realitäten aufrecht erhalten. Unsere Außenwelt hilft uns dabei, indem sie uns Halt gibt, doch sie gefährdet unsere Realität auch ständig, weil sie nicht vollends kontrollierbar ist. Auch der Körper altert und wird mit der Zeit immer anfälliger, was uns dann zusätzlich noch verunsichern kann.

Eine Bewusstseinserweiterung durch Selbstwahrnehmung oder durch eine Bewusstseinsverschiebung, also durch das Erkennen, was wir wirklich sind, kann uns helfen, dass wir uns mehr und mehr in die Möglichkeiten des Lebens hinein entfalten und entspannen. Wir hören dann auf, uns irgendwelchen Bildern anzugleichen, unsere Gefühle und unser Leid zu verstecken, sondern beginnen zu fließen. Wir können wieder kreativ, authentisch und lebendig werden. Von Moment zu Moment offenbart sich dann der Reichtum unserer Fähigkeiten und die Fülle der Gelegenheiten. So entwickeln wir uns, lernen und reifen, bis wir es völlig aufgegeben haben, irgendeinem Bild zu entsprechen. Stattdessen werden wir ganz zu unserem natürlichen Selbst.

Das natürliche Selbst, der reinste Ausdruck des Selbstes, ist immer da. Es wartet in uns, bis wir es entdeckt haben. In den Momenten, in denen wir bei uns sind und keinem Ausdruck mehr folgen, sind wir ganz wir selbst. Hier machen wir keine Erfahrungen mehr, es gibt nichts Fassbares, wir sind lediglich da. Ich bin – ist das letzte, was wir von unserer Existenz wahrnehmen können, bevor wir zu reinem Sein werden. Ganz im Selbst aufgegangen, gibt es nichts mehr, was wahrnimmt, keinen Ausdruck, nur reines Sein.

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