Autor-Archiv Judith Mücke

VonJudith Mücke

Opferhaltung – ein verbreitetes Rollenverhalten

DSCF8660Die Opferhaltung, würde ich sagen, kennen wir alle. Mit dieser Haltung reagieren wir instinktiv auf zahlreiche Situationen in unserem Leben. Sie stellt für mich erst einmal einen Versuch dar, mit etwas klar zu kommen, dass uns aus dem Gleichgewicht zu bringen scheint.

Eine Opferhaltung hat jedoch nichts damit zu tun, dass jemand durch einen Täter oder durch einen Schicksalsschlag zu einem Opfer wird, sondern hier geht es um ein menschliches Rollenverhalten, das wir annehmen können. Dieses Verhalten führt uns jedoch geradewegs aus unserer Eigenverantwortung und es zieht immer nach sich, dass wir uns und andere bestrafen. weiterlesen

VonJudith Mücke

Über die Anwesenheit im eigenen Leben

DSCF8567In meiner Arbeit und in meinem Alltag habe ich festgestellt, dass Anwesenheit eine der natürlichsten und schönsten menschlichen Qualitäten ist, die sich ganz leicht und unkompliziert ins Leben integrieren lässt. Bin ich anwesender, dann fühlt sich mein Alltag gleich besser an. Aus einer Kette von Terminen, Ereignissen und Erledigungen wird ein immer wiederkehrendes Ankommen in dem, was eben gerade ist. Das, was gerade ist, ist mein Leben. In meiner Anwesenheit werde ich weiter. Selbst ein grauer Regentag kann meine Stimmung dann nicht drücken. In diesem Zustand kann ich auch mal zu lange zu leicht bekleidet in der Kälte stehen und bekomme einfach keinen Schnupfen. Ich fühle mich kreativer und offener. Anwesenheit dient mir als Energiequelle. Und durch sie kann auf leichte Weise die Spannung zwischen innerer und äußerer Realität aufgelöst werden, was eine der häufigsten Ursachen für Stress ist.

anwesend sein ist einfach weiterlesen

VonJudith Mücke

Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen

DSCF6597In uns Menschen stecken unzählige Bedürfnisse, Wünschen, Sehnsüchte und Erwartungen. Wenn wir sie spüren, dann drängen sie in uns nach Erfüllung. Sie äußern sich als Verlangen und Forderungen an uns selbst, an unsere Mitmenschen und an die Welt, in der wir leben. Dort, wo wir Mangel empfinden, sagen uns die Bedürfnisse, Wünsche, Sehnsüchte und Erwartungen: Hier fehlt was. Ich will es anders haben.

Meine These zu diesem Thema ist: „Das Festhalten an Bedürfnissen, Wünschen und Erwartungen hat überhaupt keinen Nutzen für uns, wenn wir das haben wollen, was uns fehlt.“ Mit dieser These stoße ich regelmäßig auf Verwunderung und sogar Entsetzen. Zurecht. Denn wir denken oft, dass durch unsere Bedürfnisse und Erwartungen, der Mangel in unserem Leben verschwinden wird. Doch so ist es nicht. weiterlesen

VonJudith Mücke

Es ist, wie es ist.

DSCF7533Es ist, wie es ist, sagt die Liebe …“, heißt es in dem schönen Gedicht von Erich Fried.

Wenn wir mit dem, was wir erleben in einen Konflikt geraten sind, dann hat es nichts damit zu tun, wie unsere Realität ist, sondern damit, dass unsere Vorstellungen, Erwartungen, Ideen, Bedürfnisse und Konzepte mit der Realität nicht übereinstimmen. Normalerweise beginnen wir in solchen Situationen auf die Realität einzuwirken, indem wir kontrollieren, manipulieren, erziehen, diskutieren, Vorwürfe machen, beleidigt oder wütend werden oder uns als Opfer der äußeren Umstände fühlen. weiterlesen

VonJudith Mücke

Leiden – weg von sich selbst sein

DSCF7367Wahrscheinlich kennt jeder das Gefühl, zeitweise oder ständig irgendwie belastet zu sein. Und wahrscheinlich kennt auch jeder das Phänomen, dass man erst etwas dagegen unternimmt, wenn die Belastung so groß ist, dass man sie nicht mehr aushält.

Das Gefühl, belastet zu sein, wird auch als Leiden bezeichnet.

Leiden entsteht dadurch, dass wir uns von uns selbst entfernen. weiterlesen

VonJudith Mücke

Verantwortung

DSCF4535Bevor Sie diesen Artikel lesen, definieren Sie doch mal aus dem Stehgreif den Begriff Verantwortung

 … Verantwortlich sein, in die Verantwortung gehen, Verantwortung übernehmen oder übertragen bekommen, überverantwortlich oder verantwortungslos sein, in der Selbstverantwortung sein, Verantwortungsbewusstsein usw. – was meinen wir eigentlich damit? Was bedeutet Verantwortung? Was bedeutet es, für die eigenen Gefühle und das eigene Leben verantwortlich zu sein? Und wie macht man das? Wodurch zeichnet sich ein Verantwortungsgefühl aus? Ist Verantwortung ein bestimmter Gedanke, eine innere Haltung, eine Tat oder ein Gefühl? Wofür bin ich eigentlich alles verantwortlich? Und wo endet meine Verantwortung? Macht uns Verantwortung unfrei? Schwächt sie uns? Oder macht uns Verantwortung stark? weiterlesen

VonJudith Mücke

Das Innere Kind

DSCF8396Das Innere Kind gehört zu den inneren Archetypen (wie Erwachsener, Krieger, Mann, Weib usw.) unserer Persönlichkeit. Dies sind unterschiedliche Erlebnis- und Reaktionsebenen in uns. Jeder Mensch hat auf der Erlebnisebene des Inneren Kindes ein anderes Wesen. Er kann sehr feinfühlig, mitfühlend, offen, lebendig oder eine Mischung aus diesen Gaben sein. weiterlesen

VonJudith Mücke

Systemische Belastungen – transgenerative Traumata

DSCF6337Ein zentrales Thema in meinem Praxisalltag nenne ich systemischen Belastungen. In der Fachsprache werden diese Belastungen, transgenerative Traumata, genannt. Das sind Gefühle und Ereignisse, die von Eltern und Großeltern nicht verarbeitet wurden und von späteren Generationen innerlich aufgenommen werden. Normalerweise stecken in unserem Inneren unsere eigenen Gefühle und unsere eigenen Persönlichkeitsanteile. Menschen, die Traumata aus der Eltern- oder Großelterngeneration in sich tragen, haben zusätzlich mit einer Flut von Gefühlen und Ereignissen zu tun, die nicht ihre eigenen sind. Wir Kinder und Enkelkinder können die fremden Gefühle jedoch nicht verarbeiten. Sie versuchen es zwar oft, doch das ist nicht möglich, denn nur persönliche Gefühle können verarbeitet und gelöst werden. Die Ursache dafür liegt in der Natur der fremden introjezierten (in sich hineingenommen) Gefühle. Fremde Gefühle „verhalten“ sich anders, als persönliche Gefühle.

Wie eine große schwere Waberwolke sind sie um uns herum, manchmal auch in uns drin, schwer, belastend, kaum greifbar, Angst auslösend, depressiv machend, Energie raubend oder sie fühlen sich wie ein dunkler Abgrund an, über dem wir pausenlos hängen …

In der Regel werden die systemischen Belastungen unbewusst aufgenommen, oft sogar schon in frühster Kindheit. Für Menschen, die systemische Belastungen in sich tragen, fühlt sich das meistens ganz normal und gewohnt an, so dass sie es lange Zeit nicht wirklich als Last empfinden. Sie entwickeln ihre Persönlichkeit ausgleichend und kompensierend um eine solche Belastung herum. weiterlesen

VonJudith Mücke

Wut und Lust

DSCF4596Wut und Lust. Die entsprechenden inneren Archetypen sind der Innere Krieger/die Innere Kriegerin und der Eros (Innere Mann/Inneres Weib). Wut und Lust nehme ich als innere Energieströme wahr, die bestimmte Qualitäten in sich tragen. In der Wut steckt viel Kraft, Stärke, Klarheit, Geradlinigkeit, Bestimmtheit, Spannung, Schärfe, Handlungs- und Leistungsfähigkeit. Den Eros nehme ich als Energie wahr, die prickeld und vitalisierend ist. In ihr stecken unsprünglichere Gefühle, wie sinnliches Empfinden, Begehren, Leidenschaft, Sinnesfreuden, Genuß, Verlangen, Begeisterung, Wohligkeit im Körper, Kreativität, Schaffenskraft, Hingabe, Verbundenheit mit sich und mit anderen Menschen sowie sinnliche Naturverbundenheit. Jeder Mensch empfindet Wut und Lust anders und bringt sie auf ganz individuelle Weise zum Ausdruck. Im natürlichen Zustand können diese Kräfte und Empfindungen unser Leben unglaublich bereichern. weiterlesen

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