Empathie, Einfühlungsvermögen (Inneres Selbst)

VonAndreas Fiedler

Empathie, Einfühlungsvermögen (Inneres Selbst)

Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften,
Journal of Cognitive Enhancement

Empathie, Einfühlungsvermögen (Inneres Selbst), 22.05.2017

Psychologie-Lexikon – Kognitive Psychologie

Die Fähigkeit zur Empathie kann verbessert werden, indem wir unser inneres Selbst besser kennenlernen

22.05.2017 Eine im Fachmagazin Journal of Cognitive Enhancement veröffentlichte Studie zeigt: Wenn wir lernen, innerlich achtsamer gegenüber unseren mentalen Zuständen / Verfassungen (wie z.B. dem ‚inneren Manager‘ oder dem ‚inneren Kind‘) zu sein, dann entwickeln wir auch ein besseres Verständnis für die Psyche anderer Menschen, vergrößern unsere soziale Intelligenz und Empathie.

Perspektivenübernahme

Während drei Monaten erlernten 161 erwachsene Teilnehmer im Alter von 20 bis 55 Jahren in zwei Gruppen, wie sie ihre Fähigkeit zur Perspektivenübernahme durch eine Reihe von Methoden entwickeln können.

Das Training basierte auf dem Ansatz des internen Familiensystems, das das Selbst als aus verschiedenen komplexen inneren Teilen bzw. Subpersönlichkeiten zusammengesetzt sieht, jedes mit seinem eigenen definierten Satz von Verhaltensweisen, Gedanken und Emotionen (das sogenannte interne Team).

Internes Familiensystem


Bild: Gerd Altmann

In diesem Ansatz kann jeder innere Part als mit einer gesunden und produktiven Rolle oder einer extremen Rolle identifiziert werden, aber jedes Teammitglied wird bestätigt und als wichtig erkannt.

Während der Studie wurden die Teilnehmer gelehrt, ihre eigenen Subpersönlichkeiten zu identifizieren und zu benennen, sowie die von anderen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Teilnehmer nach dem Training prototypische innere Familienmitglieder wie „den inneren Manager“ oder „das innere Kind“ in ihren eigenen Persönlichkeiten leicht identifizieren können.

Soziale Intelligenz

Das Ausmaß, in dem die Teilnehmer ihr Verständnis über sich selbst verbesserten – widerspiegelnd in der Anzahl der verschiedenen inneren Teammitglieder, die sie identifizieren konnten – hing direkt damit zusammen, wie gut sie sich hinsichtlich ihrer eigenen Flexibilität und ihrer Fähigkeit verbesserten, die Psyche – die mentale Verfassung – von anderen genau zu erschließen und zu verstehen.

Je negativer die inneren Stimmen waren, die sie in sich identifizieren konnten, desto besser war ihr Bewusstsein und das Verständnis für die negative psychische Verfassung von anderen Menschen, schreiben die Forscher vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg.

Es gibt eine enge Verbindung zwischen dem besseren Verständnis seiner selbst und der Verbesserung der sozialen Intelligenz, sagte Studienautorin Dr. Anne Böckler, wobei diese Erkenntnis wichtige Implikationen für therapeutische und nicht-klinische Anwendungen haben könnte.

© PSYLEX.de – Quellenangabe: Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Journal of Cognitive Enhancement – DOI: 10.1007/s41465-017-0023-6; Mai 2017

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